Aus dem Garten

Ja, da ist noch was. Die Sache mit dem Garten. An erster Stelle steht eine Erinnerung: die an den riesigen großelterlichen Garten, in dem ich zahllose Tage meiner Kindheit verbracht, gespielt, geschaukelt, geträumt habe. Eine Allee von Walnußbäumen teilte den Vorgarten in einen nützlichen Bereich mit Gemüse linkerhand und einen schönen mit Blumen, Sträuchern und alten Birnbäumen auf der rechten Seite. Hinter dem Haus ein kleiner Hof und dann Blumen- und Gemüsebeete, vor allem aber Obstbäume: verschiedenste Äpfel, Birnen, Hauspflaumen, Reineclauden, Mirabellen, Aprikosen, Süß- und Sauerkirschen, Haselnußsträucher. Je weiter man sich vom Haus entfernte, desto wilder war der Garten, bis er schließlich von einer Ziegelmauer begrenzt wurde.
Ende der siebziger Jahre wurden meine Großeltern genötigt, Haus und Grundstück an die Stadt abzutreten, das Gelände wurde planiert und es entstand eine sozialistische Berufsschule. Die Großeltern zogen um und hatten von da an nur noch einen vergleichsweise winzigen Garten. Der Traum vom verlorenen Gartenparadies aber hat mich nie verlassen.
Nun begannen wir im letzten Sommer, einen eigenen Garten zu suchen und fanden nach einiger Zeit etwas in einem der alten Dorfkerne, von denen es in Dresden noch einige gibt. Im Januar 2007 war der Garten unser: 6.000 Quadratmeter mit jedermenge Schuppen, Garagen und Garagenruinen, aber auch mit einem Obstbaumbestand, der mich in seiner Vielfalt an den Garten meiner Großeltern erinnerte. Das Ziel: daraus wieder einen üppigen Garten zu machen. Auf dem Weg dahin notiere ich in der Rubrik „Garten“, was uns gerade auf Trab hält, was es Neues gibt, was gerade erntereif ist …
 
Los geht es im Januar 2007